Eine Folgestudie aus dem Fachjournal BMC Medicine schließt eine wichtige Lücke der Saunaforschung — und liefert zusätzlich einen methodisch bemerkenswerten Befund.
Journal: BMC Medicine
Erschienen: 2018
Studienart: Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe: 1.688 Erwachsene · 867 Frauen, 821 Männer · 53–74 Jahre · 15 Jahre Beobachtung
Evidenz-Level: Belege, die tragen — große Langzeitstudie in einem renommierten Fachjournal
Die finnische Saunaforschung um Jari Laukkanen hatte 2015 international Aufmerksamkeit erregt. Eine Studie in JAMA Internal Medicine hatte über zwei Jahrzehnte hinweg gezeigt: Wer regelmäßig in die Sauna geht, hat ein deutlich geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Ereignissen zu sterben. Eine wichtige Frage blieb aber offen: Galt das nur für Männer?
Drei Jahre später lieferte dieselbe Forschergruppe die Antwort. Die 2018 in BMC Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Die Effekte sind bei Frauen genauso messbar wie bei Männern. Und sie liefert zusätzlich einen Befund, der die ganze Risikobewertung verändern könnte.
Was wurde untersucht
Die Forschergruppe nutzte die Daten der Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study — derselben großen finnischen Bevölkerungsstudie, aus der die 2015er-Analyse stammt. Diesmal aber wurde eine andere Teilstichprobe ausgewertet: 1.688 Erwachsene zwischen 53 und 74 Jahren, etwa hälftig Männer und Frauen.
Erhoben wurde, wie oft sie die Sauna besuchten, wie lange ihre Sitzungen dauerten und bei welchen Temperaturen. Dann wurden sie im Mittel 15 Jahre lang weiterverfolgt. Im Beobachtungszeitraum traten 181 Herz-Kreislauf-Todesfälle auf, was eine statistisch aussagekräftige Analyse möglich machte.
Bereinigt wurde um eine ungewöhnlich umfassende Liste an Risikofaktoren — Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Rauchverhalten, Blutdruck, Cholesterinwerte, körperliche Aktivität, sozioökonomischer Status, Alkoholkonsum, Diabetes und vorbestehende Herzerkrankungen. Erst nach dieser Bereinigung wurde der eigentliche Effekt der Saunabesuche analysiert.
Die Ergebnisse
Die Befunde fielen auf drei Ebenen aus.
Erstens — der bekannte Effekt zeigt sich auch bei Frauen. Mit steigender Saunafrequenz sank das Risiko, an Herz-Kreislauf-Ereignissen zu sterben — bei Männern wie bei Frauen. Wer vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna ging, hatte ein deutlich niedrigeres Risiko als wer nur einmal pro Woche ging. Es zeigte sich eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung — und die Forscher fanden keine erkennbare Obergrenze, ab der die Effekte nicht mehr zunahmen.
Zweitens — auch die Dauer pro Sitzung spielt eine Rolle. Personen mit mehr als 45 Minuten Saunazeit pro Woche hatten geringere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit als jene mit 15 Minuten oder weniger pro Woche. Häufigkeit und Gesamtexposition wirken offenbar zusammen.
Drittens — und methodisch besonders interessant — verbessern Informationen über Saunagewohnheiten die Vorhersagegenauigkeit von Risikomodellen. Das heißt: Wenn man Saunafrequenz zu klassischen Risikofaktoren wie Blutdruck, Cholesterin und Rauchen hinzunimmt, kann man präziser vorhersagen, wer in den nächsten Jahren ein Herz-Kreislauf-Ereignis erleiden wird. Saunabesuche enthalten also eine Information, die sich nicht aus anderen Faktoren ableiten lässt.
Wissenschaftliche Einordnung
BMC Medicine ist ein international anerkanntes medizinisches Fachjournal mit hohem Impact-Faktor. Die Stichprobe von 1.688 Probanden mit 15 Jahren Beobachtung ist methodisch solide. Besonders relevant: Anders als die 2015er Studie ist diese hier nicht reine Männerstudie — sondern fast hälftig auf Frauen und Männer verteilt.
Zwei Einordnungen sind wichtig:
Erstens: Wie alle Studien dieser Art ist es eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang, keinen direkten Wirkungsbeweis. Die Möglichkeit, dass häufige Saunagänger sich in nicht erfassten Aspekten von selteneren unterscheiden, lässt sich nie vollständig ausschließen. Die Autoren machen das transparent.
Zweitens: Wie schon bei den anderen Laukkanen-Studien gilt: Untersucht wurden klassische finnische Saunen — trockene Hitze zwischen 80 und 100 Grad. Die Übertragbarkeit auf andere Wärmeanwendungen wie Infrarot beantwortet diese Studie nicht direkt.
Der vermutete Wirkmechanismus deckt sich mit den anderen Studien dieser Forschergruppe: Die wiederholte, kontrollierte Hitzeexposition wirkt auf das Herz-Kreislauf-System ähnlich wie moderates Ausdauertraining. Über Jahre hinweg entstehen messbare Anpassungen — flexiblere Gefäße, niedrigerer Blutdruck, bessere Endothelfunktion, reduzierte Entzündungswerte und eine ausgeglichenere autonome Nervensystem-Aktivität.
Was das für die Halleluja Sauna® bedeutet
Laukkanen hat klassische finnische Saunen untersucht, nicht Infrarot. Was die Studie aber zeigt, ist etwas Grundsätzliches: Regelmäßige Wärmeanwendung wirkt — und sie wirkt bei Männern und bei Frauen. Das war vor dieser Studie offen.
Was die Studie zusätzlich klar macht: Es ist die Regelmäßigkeit über Jahre hinweg, die den Unterschied macht. Saunabesuche enthalten in der Risikoprognose Informationen, die andere Lebensstilfaktoren nicht ersetzen können. Das ist ein bemerkenswerter Befund. Er bedeutet: Die Sauna ist keine Schwester der körperlichen Bewegung, sondern ein eigenständiger Hebel.
Wir haben die Halleluja Sauna® gebaut, weil wir glauben, dass dieser Hebel im Alltag verfügbar sein muss. Zehn Minuten am Morgen, zehn Minuten am Abend. Eine Frequenz, die in der öffentlichen Sauna selten möglich ist — und zu Hause selbstverständlich.
Die Studie im Original
Laukkanen T, Kunutsor SK, Khan H, Willeit P, Zaccardi F, Laukkanen JA. Sauna bathing is associated with reduced cardiovascular mortality and improves risk prediction in men and women: a prospective cohort study. BMC Medicine. 2018;16:219. Zur Originalstudie auf PubMed
Wissenschaftliche Hinweise, keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Arzt & Gesundheitsforscher
Dr. Shambhunath Mohan
Dr. Shambhunath überprüft täglich die wissenschaftliche Grundlage hinter unseren Therapieformen. Dafür recherchiert er Studien zu den einzelnen Wirkmechanismen und ordnet diese wissenschaftlich ein.