Eine finnische Langzeitstudie aus dem Fachjournal Age and Ageing kommt zu einem Ergebnis, das die bisherige Forschung zu Saunabesuchen deutlich erweitert.

Journal: Age and Ageing
Erschienen: Dezember 2016
Studienart: Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe: 2.315 finnische Männer · über 20 Jahre Beobachtung
Evidenz-Level: Belege, die tragen — Level-II-Evidenz, Langzeitstudie

In Finnland gehört der Saunabesuch seit Jahrhunderten zum Alltag — nicht als Wellness, sondern als kulturelle Selbstverständlichkeit. Das macht die finnische Bevölkerung zu einer einzigartigen Forschungspopulation: Wer über Jahrzehnte beobachtet, wie sich regelmäßiges Saunieren auf den Körper auswirkt, bekommt Antworten, die in keinem Labor entstehen können.

Eine Gruppe um den Kardiologen Jari Laukkanen hat genau das getan. Über zwanzig Jahre hinweg verfolgten sie 2.315 Männer und untersuchten, wie sich Häufigkeit und Dauer der Saunabesuche auf die Gehirngesundheit im Alter auswirken. Die Studie wurde 2016 im Fachjournal Age and Ageing veröffentlicht. Das Ergebnis hat international Aufmerksamkeit erregt.

Was wurde untersucht

Die Forschergruppe wollte wissen, ob regelmäßige Hitzeexposition langfristig mit einem geringeren Risiko für Demenz und Alzheimer-Erkrankungen einhergeht. Die Hypothese stützt sich auf einen seit Jahrzehnten bekannten Zusammenhang: Die Gehirngesundheit im Alter hängt eng mit der Gefäßgesundheit zusammen — und Saunabesuche sind aus früheren Studien bereits als kreislaufförderlich bekannt.

Wenn regelmäßige Sauna Blutdruck senkt, Gefäßflexibilität verbessert und Entzündungswerte reduziert, könnte sie auch dem Gehirn zugutekommen. Diese Verbindung wollten Laukkanen und Kollegen empirisch prüfen.

Die Ergebnisse

Die Männer wurden in drei Gruppen eingeteilt: Saunabesuche einmal pro Woche, zwei- bis dreimal pro Woche, und vier- bis siebenmal pro Woche. Über zwei Jahrzehnte wurden Diagnosen, Krankheitsverläufe und Lebensumstände erfasst.

Die Ergebnisse zeigen eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Verglichen mit Männern, die nur einmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten Männer mit zwei bis drei wöchentlichen Saunabesuchen ein mäßig reduziertes Risiko. Bei vier bis sieben Saunabesuchen pro Woche war das Risiko um etwa 66 Prozent niedriger — auch nachdem die Forscher andere Einflussfaktoren herausgerechnet hatten: Rauchen, Alkoholkonsum, Körpergewicht, körperliche Aktivität und weitere.

Das ist methodisch wichtig: Wenn der Effekt auch nach Bereinigung um klassische Risikofaktoren bestehen bleibt, deutet das auf einen eigenständigen Beitrag der Saunabesuche hin — nicht nur darauf, dass Saunagänger generell gesünder leben.

Wissenschaftliche Einordnung

Aus methodischer Sicht ist die Studie eine der stärksten zum Thema. Age and Ageing ist ein international anerkanntes Fachjournal, die Stichprobe von 2.315 Männern ist umfangreich, und die Beobachtungsdauer von über zwanzig Jahren ist außergewöhnlich.

Zwei Einschränkungen sind dennoch wichtig:

Erstens: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, nicht um eine kontrollierte Interventionsstudie. Sie zeigt einen Zusammenhang — keinen direkten Wirkungsbeweis. Theoretisch ist denkbar, dass Männer, die häufig in die Sauna gehen, in anderen, nicht erfassten Faktoren von den selteneren Saunagängern unterscheiden.

Zweitens: Die Studie umfasst ausschließlich finnische Männer und ausschließlich klassische finnische Saunen mit Temperaturen zwischen 80 und 100 Grad. Die Übertragbarkeit auf Frauen, andere Bevölkerungsgruppen und andere Wärmeanwendungen wie Infrarot lässt diese Studie offen. Eine Folgestudie aus 2018 bestätigte die Ergebnisse aber auch für Frauen.

Der vermutete Wirkmechanismus: Die regelmäßige, kontrollierte Hitzeexposition wirkt auf das Herz-Kreislauf-System ähnlich wie ein moderates Ausdauertraining. Gefäße werden flexibler, der Blutdruck sinkt, Entzündungswerte gehen zurück. Da die Gehirngesundheit eng mit der Gefäßgesundheit verbunden ist, profitiert mutmaßlich auch das Gehirn. Was sich über zwanzig Jahre kumuliert, kann den Unterschied machen.

Was das für die Halleluja Sauna® bedeutet

Laukkanen hat klassische finnische Saunen untersucht, nicht Infrarot. Das müssen wir ehrlich sagen. Was die Studie aber zeigt, ist etwas Grundsätzliches: Regelmäßige Wärmeanwendung — über Jahre hinweg, in den Alltag integriert — hat messbare Auswirkungen auf den Körper. Sie ist kein Wellness-Extra, sondern ein langfristig wirksames Werkzeug.

Wir haben die Halleluja Sauna® gebaut, weil wir glauben, dass dieses Werkzeug in den Alltag gehört — nicht in den Sonntagnachmittag. Zehn Minuten am Morgen, zehn Minuten am Abend. Eine Frequenz, mit der über Jahre etwas entsteht, das einzelne Saunabesuche nicht leisten können.

Die Studie im Original

Laukkanen T, Kunutsor S, Kauhanen J, Laukkanen JA. Sauna bathing is inversely associated with dementia and Alzheimer’s disease in middle-aged Finnish men. Age and Ageing. 2017 Mar 1;46(2):245-249. Zur Originalstudie auf PubMed

Wissenschaftliche Hinweise, keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Arzt & Gesundheitsforscher

Dr. Shambhunath Mohan

Dr. Shambhunath überprüft täglich die wissenschaftliche Grundlage hinter unseren Therapieformen. Dafür recherchiert er Studien zu den einzelnen Wirkmechanismen und ordnet diese wissenschaftlich ein.

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