Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 bündelt 40 klinische Studien zu Saunabesuchen — über 12 Länder hinweg, mit 3.855 Probanden. Sie liefert eines der breitesten Bilder, das es zu diesem Thema gibt.

Journal: Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine
Erschienen: 2018
Studienart: Systematische Übersichtsarbeit
Stichprobe: 3.855 Probanden aus 40 klinischen Studien · 12 Länder
Evidenz-Level: Belege, die tragen — breite systematische Übersicht klinischer Studien

Saunieren ist eine der wenigen Gesundheitspraktiken, die über Jahrtausende und über völlig verschiedene Kulturen hinweg überlebt hat. Finnland, Russland, Japan, Skandinavien, die Türkei — überall hat sich unabhängig voneinander dieselbe Idee entwickelt: Hitze ist gut für den Körper. Lange war das eine Intuition. In den letzten Jahrzehnten ist daraus zunehmend ein Forschungsgegenstand geworden.

Eine 2018 erschienene systematische Übersichtsarbeit von Joy Hussain und Marc Cohen hat versucht, diese Forschung erstmals umfassend zu bündeln. Sie analysierten 40 klinische Studien mit insgesamt 3.855 Probanden aus zwölf Ländern — und kamen zu einem konsistenten Muster.

Was wurde untersucht

Die beiden Forscher durchsuchten die wissenschaftliche Literatur seit dem Jahr 2000 nach klinischen Studien zu regelmäßigem Saunabesuch. Eingeschlossen wurden sowohl Studien zu klassischen finnischen Saunen als auch zu Infrarot-Saunen.

Anders als die finnischen Laukkanen-Studien, die alle aus einer einzigen Kohorte stammen, bündelt diese Übersicht Untersuchungen aus völlig unterschiedlichen Kontexten und Bevölkerungsgruppen. Das ist methodisch wertvoll, weil ein Effekt, der über viele unterschiedliche Studien hinweg auftaucht, sich kaum als kulturelles oder methodisches Artefakt erklären lässt.

Untersucht wurden Endpunkte aus mehreren Bereichen: Herz-Kreislauf-Funktion, Durchblutung, körperliche Erholung, Atmung, Schmerz, Stimmung und allgemeines Wohlbefinden. Eingeschlossen waren sowohl gesunde Probanden als auch Menschen mit verschiedenen chronischen Beschwerden.

Die Ergebnisse

Über die 40 Studien hinweg zeigte sich ein bemerkenswert konsistentes Bild. Die überwiegende Mehrheit der eingeschlossenen Studien berichtete positive Gesundheitseffekte regelmäßiger Saunabesuche. Drei Bereiche stachen besonders heraus.

Erstens — Herz-Kreislauf-System. Hier war die Evidenz am stärksten. Mehrere Studien zeigten Verbesserungen bei der Blutdruckregulation, der Gefäßfunktion, der Durchblutung, der Belastbarkeit und der Endothelfunktion (also der Fähigkeit der Blutgefäße, sich flexibel an Belastung anzupassen). Die in der Übersicht enthaltenen finnischen Langzeitstudien — darunter die Laukkanen-Arbeiten — zeigten zudem, dass häufige Saunabesucher über Jahrzehnte hinweg eine niedrigere Gesamtsterblichkeit aufwiesen.

Zweitens — Erholung, Stresswiderstand und Lebensqualität. Über mehrere Studien hinweg berichteten Probanden von Verbesserungen bei Erschöpfung, Entspannung, Stresswahrnehmung und Stimmung. Diese Befunde waren besonders in Lebensqualitäts-Erhebungen sichtbar, also in Messungen, die erfassen, wie Menschen sich im Alltag tatsächlich fühlen — nicht nur in Laborwerten.

Drittens — Atemfunktion und Schmerz. Mehrere Studien untersuchten Atemwege und chronische Beschwerden des Bewegungsapparats. Auch hier wurden konsistent Verbesserungen bei Belastungstoleranz und Symptomwerten beobachtet.

Über alle Bereiche hinweg waren die Effekte nicht nur bei gesunden Probanden sichtbar. Viele der deutlichsten Befunde stammten aus Studien an Menschen, deren Körper bereits unter Belastung stand — was nahelegt, dass Saunabesuche dem Körper helfen, seine eigenen Regenerations- und Anpassungsprozesse zu aktivieren.

Wissenschaftliche Einordnung

Aus methodischer Sicht ist diese Übersichtsarbeit eine wertvolle Bestandsaufnahme. 40 Studien aus zwölf Ländern, fast 4.000 Probanden — die Breite ist außergewöhnlich. Drei Einordnungen sind aber wichtig.

Erstens: Es handelt sich um eine systematische Übersicht, nicht um eine Meta-Analyse. Das heißt, die Studien werden zusammengefasst, aber nicht zu einer einzigen statistischen Effektzahl verrechnet. Bei der Heterogenität der eingeschlossenen Studien (verschiedene Saunatypen, verschiedene Bevölkerungsgruppen, verschiedene Endpunkte) ist das methodisch die passende Wahl — aber es bedeutet, dass das Bild beschreibend bleibt.

Zweitens: Das Journal Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine wurde 2024 vom Verlag wegen Qualitätsproblemen aus der Indexierung genommen. Das schwächt die einzelne Hussain-Studie inhaltlich nicht, ist aber ein redaktioneller Kontext, den wir transparent machen. Die zugrundeliegenden 40 Einzelstudien sind durch ihre Original-Publikationen unabhängig prüfbar.

Drittens: Der vermutete Wirkmechanismus deckt sich mit dem, was auch andere Wärme-Studien beschreiben: Wiederholte, kontrollierte Hitzeexposition wirkt auf den Körper ähnlich wie moderates Ausdauertraining — Herzfrequenz steigt, Gefäße werden flexibler, Durchblutung wird effizienter. Über Wochen und Monate hinweg entstehen messbare Anpassungen. Dieses Prinzip wird in der Forschung als Hormesis bezeichnet: Ein verträglicher Belastungsreiz löst eine Anpassungsreaktion aus, die den Körper langfristig widerstandsfähiger macht.

Was das für die Halleluja Sauna® bedeutet

Diese Übersicht ist methodisch interessant, weil sie nicht eine einzelne Bevölkerungsgruppe untersucht, sondern Studien aus zwölf verschiedenen Ländern bündelt. Wenn dieselben physiologischen Muster in Finnland, in Japan und in den USA auftauchen, kann man sie schwer auf kulturelle Eigenheiten zurückführen. Sie deuten auf etwas Grundsätzliches hin: Der menschliche Körper reagiert auf regelmäßige Hitzeexposition mit Anpassungsprozessen, die ihn widerstandsfähiger machen.

Wichtig: Die Übersicht enthält sowohl finnische als auch Infrarot-Saunen. Damit ist sie eine der wenigen Studien, die Aussagen jenseits der reinen finnischen Saunaforschung erlaubt.

Wir haben die Halleluja Sauna® gebaut, weil wir glauben, dass dieser Anpassungsprozess in den Alltag gehört. Nicht in den gelegentlichen Wellnessurlaub, sondern in die Routine. Die Übersicht zeigt: Was Häufigkeit angeht, sind die Effekte über alle Studien hinweg dosisabhängig. Regelmäßigkeit zahlt sich aus.

Die Studie im Original

Hussain J, Cohen M. Clinical Effects of Regular Dry Sauna Bathing: A Systematic Review. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. 2018;2018:1857413. Zur Originalstudie auf PubMed

Wissenschaftliche Hinweise, keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Arzt & Gesundheitsforscher

Dr. Shambhunath Mohan

Dr. Shambhunath überprüft täglich die wissenschaftliche Grundlage hinter unseren Therapieformen. Dafür recherchiert er Studien zu den einzelnen Wirkmechanismen und ordnet diese wissenschaftlich ein.