Eine Pilotstudie aus dem Journal of Alternative and Complementary Medicine untersucht eine ungewöhnliche Frage: Was passiert im Blut, wenn der Körper für zwei Stunden mit der Erde elektrisch verbunden ist?

Journal: The Journal of Alternative and Complementary Medicine
Erschienen: 2013
Studienart: Pilotinterventionsstudie
Stichprobe: 10 gesunde Erwachsene
Evidenz-Level: Forschung, die wir beobachten — frühe Pilotstudie mit kleiner Stichprobe

Diese Studie ordnen wir bewusst in unsere Sektion „Forschung, die wir beobachten“ ein. Sie ist klein, sie ist explorativ, und sie kommt aus einer Forschungsrichtung, deren Datenlage noch jung ist. Aber sie ist methodisch sorgfältig durchgeführt, in einem etablierten Fachjournal erschienen und zeigt einen Effekt, der biophysikalisch interessant ist — auch wenn er in dieser Größenordnung noch nicht in größeren Studien bestätigt wurde.

Erdung — auch als „Earthing“ bezeichnet — meint den direkten elektrischen Kontakt des Körpers mit der Erdoberfläche. Entweder barfuß auf natürlichem Boden oder über leitfähige Systeme, die mit dem Erdreich verbunden sind. Die Idee dahinter ist physikalisch einfach: Die Erde trägt eine natürliche negative elektrische Ladung. Wenn der menschliche Körper sie berührt, fließen Elektronen ins Körperinnere. Was dort passiert, ist Gegenstand der Forschung.

Was wurde untersucht

Die Forschergruppe um Gaétan Chevalier wollte wissen, ob Erdung die elektrische Ladung roter Blutkörperchen verändert — und ob das messbare Auswirkungen auf das Fließverhalten des Blutes hat. Im Zentrum stand ein Parameter, der in der Blutphysiologie als Zeta-Potenzial bezeichnet wird.

Die Idee dahinter: Rote Blutkörperchen haben eine negative Oberflächenladung. Sie stoßen sich gegenseitig leicht ab, weshalb sie nicht miteinander verklumpen, sondern in der Blutbahn frei aneinander vorbeigleiten können. Wenn diese Oberflächenladung schwächer wird, neigen die Zellen dazu, sich zusammenzulagern.

In dieser Studie wurden zehn gesunde Erwachsene über leitfähige Pads an Händen und Füßen mit dem Erdreich verbunden. Sie ruhten zwei Stunden lang entspannt. Blutproben wurden vor und nach der Sitzung entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Die Ergebnisse

Nach zwei Stunden Erdung zeigten sich zwei Befunde.

Erstens: Die Oberflächenladung der roten Blutkörperchen war messbar erhöht. Die Forscher berechneten einen durchschnittlichen Anstieg um das 2,7-Fache des Ausgangswertes — die Werte verschoben sich aus einem niedrigen Bereich in den normalen Referenzbereich. Bei jedem einzelnen der zehn Probanden zeigte sich die Veränderung in dieselbe Richtung.

Zweitens: Die roten Blutkörperchen verklumpten messbar weniger. Im Mikroskop ließen sich nach der Sitzung mehr Einzelzellen und kleinere Zellgruppen erkennen, während große Zusammenlagerungen seltener wurden.

Die Forscher interpretieren das als Hinweis darauf, dass Erdung die elektrischen Eigenschaften des Blutes auf eine Weise beeinflussen könnte, die das Fließverhalten verbessert.

Wissenschaftliche Einordnung

Die Studie verdient mehrere offene Einordnungen.

Erstens: Es handelt sich um eine Pilotstudie mit lediglich zehn Probanden — ohne Kontrollgruppe, ohne Verblindung, ohne Placebo-Bedingung. Das ist methodisch der Anfang einer Forschungsrichtung, nicht ihr Ergebnis. Was die Studie zeigt, ist ein interessantes Signal — keine belastbare klinische Aussage.

Zweitens: Mehrere Autoren der Studie standen in einer geschäftlichen Verbindung zu einem Unternehmen, das Erdungsprodukte vertreibt. Das schließt die Befunde nicht aus, aber es ist ein Faktor, der bei der Bewertung berücksichtigt werden muss. Wir machen das hier transparent.

Drittens: Der vermutete biophysikalische Mechanismus — Elektronenübertragung von der Erde in den Körper — ist physikalisch nachvollziehbar, aber die biologische Wirkungskette ist noch nicht im Detail verstanden. Hier ist weitere Forschung nötig.

Viertens: Die Folgeforschung in diesem Bereich ist methodisch erst in den letzten Jahren reifer geworden. Mittlerweile existieren randomisierte kontrollierte Studien zu Erdung — etwa zur Schlafqualität —, deren Befunde diese frühe Pilotarbeit teilweise stützen, aber nicht in dem dramatischen Ausmaß, das Chevaliers Zahlen suggerieren.

Was die Studie aber leistet: Sie eröffnet eine Frage, die in der konventionellen Medizin selten gestellt wird. Hat der direkte Kontakt zwischen Mensch und Erdboden physiologische Konsequenzen — jenseits der subjektiven Empfindung, dass barfuß auf Wiese laufen sich gut anfühlt? Diese Frage ist erforschungswürdig. Die Antworten sind noch nicht alle da.

Was das für die Halleluja Sauna® bedeutet

Erdung ist eine der sieben Therapieformen, die wir in unsere Sauna integriert haben — in unserer Vollkonfiguration. Wir bewerben sie nicht mit klinischen Wirkungsbehauptungen, weil die Forschungslage das nicht hergibt. Aber wir nehmen sie ernst.

Was wir aus dieser und ähnlichen Studien mitnehmen, ist die folgende vorsichtige Überlegung: Der moderne Alltag trennt den Menschen weitgehend vom direkten Erdkontakt. Schuhe mit Gummisohlen, Holzfußböden, Etagenwohnungen, Asphalt. Über Jahrtausende war das anders — und die Frage, ob diese Trennung für den menschlichen Körper biologisch relevant ist, ist offen genug, um sie zu untersuchen.

Wir bieten Erdung als ergänzende Therapieform an. Wir kommunizieren sie als das, was sie ist: eine biophysikalisch interessante Praxis, deren Wirkung noch erforscht wird. Wer sie als Teil der Sauna-Anwendung integrieren möchte, kann das. Wer das nicht will, wählt eine andere Konfiguration.

Die Studie im Original

Chevalier G, Sinatra ST, Oschman JL, Delany RM. Earthing (Grounding) the Human Body Reduces Blood Viscosity—A Major Factor in Cardiovascular Disease. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. 2013;19(2):102–110. Zur Originalstudie auf PubMed

Wissenschaftliche Hinweise, keine medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Arzt & Gesundheitsforscher

Dr. Shambhunath Mohan

Dr. Shambhunath überprüft täglich die wissenschaftliche Grundlage hinter unseren Therapieformen. Dafür recherchiert er Studien zu den einzelnen Wirkmechanismen und ordnet diese wissenschaftlich ein.

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